Ein Streckengeschäft ist ein Handelsgeschäft, bei dem du als Händler Ware verkaufst, die du nie selbst in der Hand hast. Dein Kunde bestellt bei dir, du bestellst beim Großhändler oder Hersteller, und der liefert direkt an deinen Kunden. Es gibt zwei Kaufverträge und zwei Rechnungen, aber nur einen Warenweg.
Der Begriff kommt aus dem klassischen Großhandel und steht im deutschen Handelsrecht lange vor dem Wort Dropshipping. In der Praxis ist Dropshipping die Online-Variante des Streckengeschäfts. Wer Lagerkosten, gebundenes Kapital und Verpackungsarbeit loswerden will, landet bei genau diesem Modell.
- Beim Streckengeschäft liefert der Lieferant direkt an deinen Kunden, du bleibst Vertragspartner und Rechnungssteller.
- Zwei Verträge, zwei Rechnungen, ein Warenweg: Lieferant an dich, du an den Kunden.
- Du sparst Lager, Kapitalbindung und Versandarbeit, gibst aber die Kontrolle über Lieferzeit und Verpackung ab.
- Dropshipping ist das Streckengeschäft im Onlinehandel. Kommissionsware ist etwas anderes: Die Ware bleibt Eigentum des Lieferanten.
- Mit Software läuft das Modell automatisch: Artikel und Bestände vom Lieferanten in den Shop, Bestellungen zurück an den Lieferanten.
Wie läuft ein Streckengeschäft ab?
Vier Schritte, die bei jeder Bestellung gleich sind. Genau diese Wiederholung macht das Modell automatisierbar.
Kunde bestellt bei dir
Dein Kunde kauft in deinem Shop oder auf dem Marktplatz. Der Kaufvertrag entsteht zwischen dir und dem Kunden, du stellst die Rechnung.
Du bestellst beim Lieferanten
Du gibst die Bestellung mit der Lieferadresse des Kunden an deinen Großhändler weiter. Zweiter Kaufvertrag, zweite Rechnung: Lieferant an dich.
Lieferant versendet direkt
Die Ware geht vom Lager des Lieferanten direkt zum Kunden, meist mit neutralem Lieferschein ohne Großhändlerpreise.
Sendungsnummer zurück
Der Lieferant meldet dir Versand und Tracking. Du gibst die Nummer an den Kunden weiter und schließt die Bestellung ab.
Streckengeschäft, Dropshipping oder Kommissionsware?
Drei Begriffe, die oft durcheinandergehen. Der Unterschied liegt bei Eigentum, Rechnung und Risiko.
Streckengeschäft
Klassischer Handel
- Wer liefert an den Kunden: Lieferant direkt
- Wer stellt dem Kunden die Rechnung: Du
- Wem gehört die Ware vor dem Verkauf: Dem Lieferanten
- Lager bei dir: Nein
- Typisch für: B2B, Großhandel, sperrige Ware
Dropshipping
Streckengeschäft online
- Wer liefert an den Kunden: Lieferant direkt
- Wer stellt dem Kunden die Rechnung: Du
- Wem gehört die Ware vor dem Verkauf: Dem Lieferanten
- Lager bei dir: Nein
- Typisch für: Onlineshops, Marktplätze
Kommissionsware
Verkauf im eigenen Namen
- Wer liefert an den Kunden: Du, aus deinem Lager
- Wer stellt dem Kunden die Rechnung: Du
- Wem gehört die Ware vor dem Verkauf: Dem Lieferanten
- Lager bei dir: Ja
- Typisch für: Boutiquen, Galerien, Konsignation
Rechnung und Umsatzsteuer im Streckengeschäft
Weil zwei Verträge entstehen, gibt es auch zwei Rechnungen. Dein Lieferant berechnet dir den Einkaufspreis, du berechnest deinem Kunden den Verkaufspreis. Der Kunde sieht im Idealfall nie, was du beim Großhändler bezahlst. Deshalb liefern seriöse Großhändler mit neutralem Lieferschein.
Innerhalb Deutschlands ist die Umsatzsteuer unkompliziert: beide Rechnungen mit deutscher Steuer, Vorsteuer aus der Lieferantenrechnung. Sobald Lieferant oder Kunde in einem anderen EU-Land sitzen, wird aus dem Streckengeschäft steuerlich ein Reihengeschäft. Dann entscheidet, wer den Transport beauftragt, welche Lieferung steuerfrei ist. Das klärst du einmal mit deinem Steuerberater, bevor du den ersten Auslandslieferanten anbindest.
Wo liegt das Risiko?
Du haftest deinem Kunden gegenüber für Lieferung, Gewährleistung und Widerruf, obwohl du die Ware nie gesehen hast. Liefert der Großhändler zu spät oder falsch, ist das dein Problem gegenüber dem Kunden. Darum lohnt sich ein Lieferant, der Bestände in Echtzeit meldet und Retouren sauber abwickelt, mehr als der billigste Einkaufspreis.
Vorteile und Nachteile des Streckengeschäfts
Was du abgibst
- Kontrolle über Lieferzeit und Verpackung
- Marge ist kleiner als beim Einkauf auf Lager
- Bestände musst du beim Lieferanten im Blick behalten
- Mehrere Lieferanten bedeuten mehrere Pakete pro Bestellung
Was du gewinnst
- Kein Lager, keine Miete, kein gebundenes Kapital
- Sortiment lässt sich ohne Wareneinsatz erweitern
- Sperrige und teure Artikel ohne eigenes Risiko verkaufen
- Verpacken und Versenden übernimmt der Lieferant
Streckengeschäft im Onlineshop: von Hand oder automatisch?
Mit zehn Bestellungen pro Woche tippst du die Weitergabe an den Lieferanten noch von Hand ab. Bei zehn Bestellungen am Tag kippt das: Artikel anlegen, Preise nachziehen, Bestände prüfen, Bestellung übertragen, Sendungsnummer zurückschreiben. Jeder Schritt ist eine Fehlerquelle, und jeder Fehler landet beim Kunden.
Wir betreiben Import2Shop genau für diesen Ablauf. Die Software holt Artikel, Bilder, Preise und Bestände deines Großhändlers in deinen Shop, kalkuliert deinen Verkaufspreis nach eigenen Regeln und übergibt Bestellungen samt Lieferadresse an den Lieferanten. Die Sendungsnummer kommt automatisch zurück. Welche Großhändler schon angebunden sind, steht in der Übersicht der Dropshipping-Anbieter, wie die Bestellübergabe läuft, auf der Seite zur Bestellverarbeitung.
Automatisiere Produktimporte, Preiskalkulation und Lagerbestände in wenigen Minuten statt Stunden. Über 50.000 Produktaktualisierungen täglich – vollautomatisch. Mehr Zeit für das, was wirklich zählt: Dein Business.
Häufige Fragen zum Streckengeschäft
Was ist ein Streckengeschäft einfach erklärt?
Du verkaufst Ware an deinen Kunden, bestellst sie beim Lieferanten und der Lieferant schickt sie direkt an den Kunden. Du stellst die Rechnung, die Ware läuft an dir vorbei.
Was ist der Unterschied zwischen Streckengeschäft und Dropshipping?
Inhaltlich keiner. Streckengeschäft ist der deutsche Handelsbegriff, Dropshipping die Bezeichnung im Onlinehandel. Beide meinen den Direktversand vom Lieferanten an den Endkunden mit dir als Verkäufer.
Wer stellt beim Streckengeschäft die Rechnung?
Zwei Rechnungen: Der Lieferant berechnet dir den Einkaufspreis, du berechnest deinem Kunden den Verkaufspreis. Der Lieferant legt dem Paket einen neutralen Lieferschein ohne Preise bei.
Wie funktioniert die Umsatzsteuer beim Streckengeschäft?
Innerhalb Deutschlands normal: beide Rechnungen mit Umsatzsteuer, du ziehst die Vorsteuer. Bei Lieferant oder Kunde im EU-Ausland gilt das Reihengeschäft, dann entscheidet der Transportauftrag über die steuerfreie Lieferung. Vorher mit dem Steuerberater klären.
Wer haftet, wenn der Lieferant falsch oder zu spät liefert?
Du. Dein Kunde hat den Vertrag mit dir, nicht mit dem Großhändler. Gewährleistung, Widerruf und Lieferzeit bleiben deine Verantwortung, du nimmst Regress beim Lieferanten.
Lässt sich ein Streckengeschäft automatisieren?
Ja. Import2Shop importiert Artikel und Bestände vom Großhändler in den Shop, kalkuliert Preise und übergibt Bestellungen mit Lieferadresse an den Lieferanten. Sendungsnummern kommen automatisch zurück.
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